Tempelhof ist ein Flughafen mit Vergangenheit. Ob er auch eine Zukunft hat, wird am Wochenende in einem Volksentscheid ermittelt. Wir wollen uns an dieser Stelle der Stimme enthalten und statt dessen allen Unentschlossenen ein paar Entscheidungshilfen an die Hand geben. Da sind zunächst einmal die offiziellen Bündnisse für und gegen die Fortsetzung des Flugbetriebs. Aber auch die Blogger melden sich zu Wort: Das Hauptstadtblog berichtet eigentlich ständig über das Thema, Julius hat eine FAQ zusammengestellt und Sven befürchtet eine unendliche Geschichte. Und wer wissen will, was denn eigentlich anstelle des Flughafens auf dem Gelände entstehen könnte, der wird bei der Senatsverwaltung fündig. Nächste Woche gibt’s dann das Ergebnis.
8 Kommentare zu “Flughafen Berlin-Tempelhof: Letzter Aufruf …”
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April 26th, 2008 at 18:54
In Tempelhof landen nicht nur kleine Privatmaschinen. Wir sind jahrelang von Köln und Düsseldorf mit Linienmaschinen nach Tempelhof geflogen (sogar recht günstig). Der Landeanflug und der Flughafen selbst sind jedesmal ein Erlebnis. Ausgestiegen, ab in die U-Bahn und nach nur 3 Haltestellen erreichten wir unser Hotel in der Friedrichstraße. Nach nur 6 Haltestellen ist man am Bahnhof Friedrichstraße. Das ist sehr bequem, gerade für Leute, die nur einen Tag in Berlin sein können. Die Tegel- und die Schönefeldverbindungen in das Zentrum sind ein einzige Qual. In Berlin wurde schon soviel Geschichte nach der Wiedervereinigung zerstört.
Und 5 -10 Mill. Verlust sind ja wohl ein Witz!
Werbekampagnen für Berlin kosten ein Vielfaches!
April 26th, 2008 at 19:33
„Der Landeanflug und der Flughafen selbst sind jedesmal ein Erlebnis.“
Ja, besonders für die Anwohner, über deren Balkons die Maschinen in Handreichweite hinwegdüsen …
April 26th, 2008 at 19:41
@tourino
Sie meinen es ironisch, aber viele Anwohner wohnen gerade deshalb sehr gerne dort.
April 26th, 2008 at 20:08
Ist nicht Ihr Ernst, oder? Schon mal auf so einem Balkon gesessen? Ich schon.
Und der letzte Absturz ist zwar schon sieben Jahre her, aber längst nicht von allen vergessen.
Machen wir’s kurz: Der Flughafen Tempelhof ist so überflüssig wie ein Kropf. Keine Ahnung, wieso die CDU ihre Meinung geändert hat und jetzt plötzlich Schulter an Schulter mit NPD und BILD-Zeitung für den Erhalt kämpft. Ist wohl eher ein politisches Machtspielchen. Denn vernünftige Gründe für den Erhalt gibt es kaum, aber viele dagegen.
So, jetzt habe ich doch noch Stellung bezogen. Das haben Sie nun davon!
April 26th, 2008 at 20:48
Der Flughafen Tempelhof ist ein Schatz mit viel Bedeutung. Die Architektur ist einmalig auf der Welt. Sie verkörpert die Idee einer Zukunftsutopie die Wirklichkeit wurde. Man glaubte an einen Verkehrsknotenpunkt des Linienfluges zu einer Zeit, an der kaum jemand flog, gerade mal 100 Füge im Jahr. Dieser Glaube an die Zukunft mit Realitätbezug ist doch der Stadt völlig abhanden gekommen. Für viele Millionen wurde erst kürzlich ein Cityflughafen in London gebaut, weil es die Nachfrage gibt für kleine Geschäftsflieger. Als Ergänzung zum BBI doch bestens.
Und das Vermengen mit der NPD können Sie sich sparen, Polemik der untersten Schublade… Ansonsten
April 26th, 2008 at 21:55
Noch mal für alle BILD-Leser: „Die Architektur“ des Tempelhofer Flughafens steht unter Denkmalschutz und schon deshalb nicht zur Disposition. Es geht nur um die Frage, zu welchem Zweck das Gebäude zukünftig genutzt werden soll.
Für alle weiteren Fragen empfehle ich folgenden Link:
http://www.bildblog.de/2935/1-grund-nicht-fuer-tempelhof-zu-stimmen
Ihren Enthusiasmus im Hinblick auf den „Glauben an die Zukunft mit Realitätsbezug“ der Erbauer des Flughafens in seiner jetztigen Form teile ich zwar nicht - da sollten Sie noch mal in sich gehen -, prinzipiell darf man mit Tempelhof aber durchaus sentimentale Gefühle verbinden. Weißt du noch, damals, die Rosinenbomber und so …
Ich sehe darin allerdings kein relevantes Argument für die Fortsetzung des Flugbetriebes im Jahre 2008. Mit der selben Begründung müsste man ja auch das Zeughaus heute noch als Waffen- und Munitionslager nutzen. Macht man aber nicht, weil es inzwischen bessere und sicherere Möglichkeiten gibt. Das Zeughaus ist heute ein Museum. Und genau das wünsche ich mir auch für den Flughafen Tempelhof.
Last not least: Was ich „vermenge“ oder nicht, entscheide ich immer noch selbst. Tatsache ist, dass die genannten Gruppen zu treibenden Kräften der Kampagne für die Fortsetzung des Flugbetriebes in Tempelhof gehören. Das sollte man schon sagen dürfen.
April 26th, 2008 at 22:45
Nun gut, dann kann ich ja nur hoffen, daß es doch noch genügend Menschen in der Hartz IV-Stadt gibt, die etwas mehr Weitsicht haben. Da soll etwas abgeschafft werden, ohne ein wirkliches Gegenkonzept zu haben. Ein neuer Stadtteil soll gebaut werden, obwohl der Leerstand von Wohn- und Gewerbeimmobilien erheblich ist. Da schüttelt man nur den Kopf über soviel Provinzialität.
April 27th, 2008 at 09:00
Na also, da haben wir ja doch noch einen gemeinsamen Nenner gefunden: Wir schütteln beide den Kopf. Auch wenn Sie dabei zurück schauen und ich nach vorn.